In Oberaich für Dubai
Firma „Uplifter“ baut den höchsten Turm der Welt mit
Oberaich/Dubai. (jua) „Ich habe eine Vision und die setze ich dann mit meinem Team um“: So beschreibt Martin Lobinger, Geschäftsführer der Firma Uplifter aus Oberaich mit mittlerweile 24 Beschäftigten, ganz ohne Umschweife die Verwirklichung seiner Ideen. Allerdings hatte er 2001 bei seiner Firmengründung noch nicht die „Vision“, jemals am Bau des weltgrößten Turmes, des Burj Dubai, beteiligt zu sein.
„Ich handle aus dem Bauchgefühl heraus und das lässt mich nicht im Stich“, erklärt der 38-Jährige aus Oberaich (Gemeinde Guteneck) seine Vorgehensweisen. Vor acht Jahren gründete der damalige Landwirt die Firma „Uplifter“ als Einzelunternehmer. Anfänglich noch auf den Verleih und Verkauf von Arbeitsbühnen fixiert, spezialisierte sich das Unternehmen aufgrund neuer Visionen mehr und mehr auf Vakuum- und Hebebühnen. Allen voran sind die Miniraupenkräne der MAEDA-Baureihe und der darauf folgende Glaslift zu nennen, welchen Uplifter als autorisierter Vertragshändler im Sortiment führt. Zwei Innovationen entstanden durch Know-How aus Oberaich; in ihrem Bereich zählen sie weltweit zu den Marktführern.
„Das ist ja Wahnsinn!“
Besonders stolz ist der Uplifter-Chef auf die Eigenentwicklungen, die inzwischen von Vertragspartnern in Serie produziert werden und nicht nur im Europäischen Markt sondern weit über den Kontinent hinaus im Einsatz sind. Die Oberaicher sind gut im Geschäft: „Als wir von dem Bauleiter einer am Burj Dubai beteiligten Baufirma die Anfrage erhielten, ob wir mit unseren Spezial-Miniraupenkränen den größten Teil der Turmfassade errichten können“, weiß Martin Lobinger noch genau, „gab es bei uns nur eine Bemerkung: Das ist ja Wahnsinn!“
Nach einer kurzen „Beruhigungsphase“ liefen gleich die unzähligen Vorbereitungen an. Mit einem Statiker der Planung des weltgrößten Bauwerkes wurde Verbindung aufgenommen. Der Zustand der Böden, die Standfestigkeit, die Beschaffenheit des Lastenaufzuges zum Transport der Arbeitsmaschinen in die einzelnen Stockwerke und die äußeren Einflüsse: Das Alles spielte ja eine große Rolle. „Das absolute Hauptthema“, erzählt Lobinger, „war die Hitze, eine Außentemperatur bis zu 50 Grad“. Spezielle Ölkühler wurden angefertigt, denn Wasser wäre in kürzester Zeit verdampft.
Nach zirka einem dreiviertel Jahr für Planung, Entwicklung und Fertigung konnten vier Miniraupenkräne mit einem Einzelgewicht von 1050 Kilogramm ab Hamburg in Richtung Dubai verschifft werden. Martin Lobinger flog eine Woche vor der geplanten Ankunft der Arbeitsgeräte in die Millionen-Stadt, um vor Ort die Gegebenheiten abzuchecken. „Wegen einer Verspätung des Schiffes musste ich eine Woche Zwangsurlaub nehmen, die wegen der Unsicherheit der Ankunftszeit sehr nervenaufreibend war“, erinnert er sich ungern.
Auch bei Brad Pitt
Und doch war es dann für ihn ein unbeschreibliches Erlebnis, so hoch im Burj Dubai zu stehen und den Himmel scheinbar zum Greifen nahe zu haben. Nach Einführungs- und Einschulungsgesprächen mit den dort dann auf der Baustelle eingesetzten Miniraupenkranführern konnte der Firmenchef aus Oberaich seinen Heimflug antreten.
„Wir haben das Know-How und sind mit unserer Vakuumtechnik im Glasbau in Deutschland marktführend und auch weit über Europa hinaus. Deshalb kommen die Bauherren aufgrund unseres guten Namens von selber zu uns“, freut sich Lobinger. Ihr Leitsatz „No Mission is impossible“ führte sie weltweit zu Großbaustellen in Metropolen, wie zum Beispiel nach Frankfurt (Flughafen), Berlin (Kuppel des Salzwasseraquariums), Paris (Flughafen und Louvre), München (Deutsche Bank) und Sydney (Apple-Gebäude). In München hievte man für eine Ausstellung das Wahrzeichen der Stadt, die Bavaria, sicher von ihrem Standplatz runter und wieder rauf. Oder zwischendurch baute „Uplifter“ auch mal schnell die Außenfassade der Villa von Brad Pitt. Und doch zieht es den Oberpfälzer Martin Lobinger – trotz seiner mittlerweile bestehenden Stützpunkte in Stuttgart, München und Düsseldorf – immer wieder in sein Heimatdorf Oberaich mit etwa 50 Einwohnern zurück. „Hier habe ich angefangen, hier will ich auch in Zukunft sein“, versichert er, dass der Hauptsitz des Unternehmens in Oberaich bleibt.
Presseartikel: Der Neue Tag – Ende 2009








